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IMVAHA Project

Bodymapping: Ein kreativer Zugang zur Erforschung des vaginalen Mikrobioms und der Menstruationsgesundheit

„Ich stelle mir das vaginale Mikrobiom wie eine Schicht aus kleinen Rittern vor, die uns vor schädlichen Eindringlingen schützen“, erklärt eine Teilnehmerin eines Bodymapping- Workshops. Sie zeigt auf ihre Bodymap, auf der sie ein kleines Bakterium mit Schwert und Schild gezeichnet hat – darunter ein Herz, als Zeichen ihrer Dankbarkeit für dessen schützende Funktion, erklärt sie.

Das Bodymapping ist eine kreative Forschungsmethode, die es ermöglicht, Erfahrungen, Erinnerungen und persönliche Perspektiven in Bezug auf den eigenen Körper zu visualisieren. Mithilfe von Stift und Papier entsteht eine visuelle Zeitreise durch die Menstruationsgeschichte und die Wahrnehmung des vaginalen Mikrobioms der Teilnehmerinnen. Die Methode ist denkbar einfach: Die Teilnehmerinnen zeichnen zunächst die Umrisse ihres Körpers auf ein großes Blatt Papier. Anschließend beantworten sie gezielte Fragen durch Zeichnungen, Worte oder andere kreative Ausdrucksformen. In der darauffolgenden Reflexionsphase erläutern sie ihre Darstellungen, knüpfen Verbindungen zwischen einzelnen Elementen und teilen persönliche Erlebnisse, die ihnen während des Zeichnens in den Sinn gekommen sind.

Durch diesen offenen und interaktiven Ansatz entsteht ein vielfältiges Bild aus individuellen Antworten und Erzählungen. Die Teilnehmerinnen ergänzen ihre Darstellungen häufig noch im Laufe der Diskussion, wodurch ein dynamischer Austausch entsteht.
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Bodymapping als Ergänzung zu traditionellen Forschungsmethoden

Das Bodymapping-Verfahren eröffnet eine neue Perspektive auf die Menstruationsgesundheit und das vaginale Mikrobiom. Es bietet den Teilnehmerinnen die Freiheit, ihre individuellen Themen und Schwerpunkte selbst zu setzen und ihre Erfahrungen auf eine Weise zu teilen, die über klassische, textbasierte Methoden hinausgeht. Während qualitative Forschungsmethoden in der Regel stark auf verbale oder schriftliche Erhebungen fokussiert sind, ergänzt Bodymapping diesen Ansatz durch eine visuelle und kreative Dimension.

Die Teilnahme an diesen Workshops ist nicht nur wissenschaftlich bereichernd, sondern auch inspirierend. Jede Frau bringt ihre einzigartige Geschichte mit – und jede erzählt sie auf ihre eigene Weise. Die Vielschichtigkeit der Darstellungen und die persönlichen Reflexionen eröffnen neue Perspektiven auf die Bedeutung des vaginalen Mikrobioms für die individuelle Gesundheit.

Bodymapping zeigt, dass Wissenschaft nicht nur durch Zahlen und Texte erforscht werden kann, sondern auch durch kreative Ausdrucksformen, die tiefere, oft verborgene Erfahrungen sichtbar machen.

https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/3242/4594
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